Wird der Standort Kaiserslautern unattraktiv für Unternehmen? Die Reifenhandelskette Euromaster verlegt ihren Hauptsitz von Kaiserslautern nach Mannheim. Der Umzug soll zum 1. Dezember erfolgen. Die CDU-Fraktion ist tief besorgt über die Standortverlegung von Euromaster. Das Unternehmen hat immerhin 130 Arbeitsplätze in Kaiserslautern geboten. Die Gründe hierfür müssen nun analysiert werden, insbesondere inwieweit die Stadt selbst zu dieser Entscheidung beigetragen hat. Im Rhein-Neckar-Raum seien bessere Arbeitsmarktbedingungen und eine höhere Kundendichte zu erwarten, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens. Neben firmeninternen Gründen scheint eine der Ursachen zu sein, dass man wegen mangelnder Attraktivität unserer Stadt gut ausgebildete Arbeitskräfte nicht motivieren kann nach Kaiserslautern zu ziehen. Für die CDU-Fraktion belegt dies wieder einmal deutlich, dass es ein grober Fehler ist, sogenannte „weiche Standortfaktoren“ zu unterschätzen. „Die Attraktivität und Lebensqualität einer Stadt werden entscheidend von den Dingen geprägt, die im freiwilligen Leistungsbereich angesiedelt sind“, sagt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU, Angelika Hannah. Dazu gehören intakte Fußgängerzonen und gepflegtes Grün, aber auch das Kulturangebot, Bildungseinrichtungen und ansprechende Freizeiteinrichtungen. „Hier auf schnelle Einsparmöglichkeiten zu schauen, ist kurzsichtig und schadet der Stadt“, führt Hannah weiter aus. Bei den weichen Standortfaktoren zu sparen, hat letztlich eine sehr weitreichende negative Wirkung in der Außenwahrnehmung und entlastet den Haushalt – wenn überhaupt – nur minimal. In anderen Regionen konzentriert sich die Wirtschaftsförderung in zunehmendem Maße auf die weichen Standortfaktoren. In Kaiserslautern lässt man die Infrastruktur verkommen, die Straßen sind marode, die Grünflächen werden weniger intensiv gepflegt, bei der Leerung der – zu kleinen – Abfalleimer wird gespart, die Sportförderung wird zusammengestrichen, das Stadtmuseum muss die Öffnungszeiten reduzieren, Konzertreihen werden verkürzt, das Theater muss um seine Zuschüsse bangen – die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Die CDU-Fraktion fordert den Oberbürgermeister und seine Regierungskoalition auf, endlich umzudenken und nicht durch eine inspirationslose und engstirnige Politik Gefahr zu laufen, dass weitere Unternehmen abwandern und Neuansiedlungen verhindert werden. Gerade im Hinblick auf die Vermarktung und Entwicklung des Pfaff-Areals müssen starke Anreize zur Neuansiedlung von Unternehmen geschaffen werden. Die Stadt darf sich nicht als Servicewüste darstellen, in der die Verwaltung schwerfällig und unflexibel agiert, und sie muss Lebensqualität durch eine lebendige Kulturlandschaft, attraktive Freizeiteinrichtungen und ein ansprechendes Ambiente in der Innenstadt bieten. Die Standortverlagerung von Euromaster sollte als Signal verstanden werden, dass hier dringender Handlungsbedarf besteht – und dies darf von Seiten der Regierungskoalition vor allem in den kommenden Haushaltsberatungen nicht vergessen werden.

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